Bewegung im Büro – warum stundenlanges Sitzen schadet

von | Okt. 13, 2017 | Allgemein, Betriebliche Gesundheitsförderung, Bewegung & Ergonomie, Home-Office

Im ganzen Land sitzen Mitarbeitende den größten Teil ihres 8-Stunden-Tages am Schreibtisch. Während der technologische Fortschritt einen wachsend sesshaften Arbeitsalltag schafft, ist der Einfluss langen Sitzens ein Risiko für die vaskuläre Gesundheit, die gesunde Funktion von unseren Blutgefäßen.

Inhalt der Studie

Obwohl bereits zahlreiche Untersuchungen den Zusammenhang zwischen Dauer der täglichen Sitzzeiten und der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darlegen, fokussiert diese Studie den direkten Einfluss des Sitzens auf die Blutgefäße.

Die aktuellen Forschungen der University of Missouri-Columbia ergaben, dass die vaskulären Funktionen beeinträchtigt werden, wenn eine Person für sechs Stunden durchgehend sitzt. Bewegt sich die besagte Person jedoch für zehn Minuten nach einem längeren Zeitraum sitzender Tätigkeit, kann die Gesundheit der Gefäße wiederhergestellt werden.

Die medizinische Erläuterung

Es ist leicht für uns im Tunnel der Arbeit den Bezug zur Zeit zu verlieren und uns dabei langen Zeiten physischer Inaktivität zu unterziehen. Der Studie zufolge rufen ununterbrochenes Sitzen für sechs Stunden (oder an einem kompletten Bürotag gar acht Stunden) eine starke Reduktion des Blutflusses in den Beinen hervor. Diesbezüglich ergab die Studie ebenfalls, dass nur zehn Minuten Bewegung nach einer längeren Sitzsession den schädlichen Konsequenzen vorbeugt.

Die Erklärung:

    • Ist der Blutfluss reduziert, ist ebenfalls die Reibung an der Arterienwand, auch Schubspannung genannt, reduziert. Moderate Level an Schubspannung sind gut für die arterielle Gesundheit, während niedrige Level schädlich wirken und die Fähigkeit der Arterie, sich zu erweitern, blockieren. Erweiterung der Arterien ist ein Zeichen vaskulärer Gesundheit.
      Ergo, je mehr sich die Arterie als Reaktion auf einen Reiz ausdehnen kann, desto gesünder ist sie.

     

    Fördern Sie das Gesundheitsbewusstsein in Ihrem Unternehmen!

    Wenn ein großer Teil der Arbeitsplätze aus sitzender Tätigkeit besteht, sollte das Bewusstsein über diese Problematik zunehmend an Bedeutung gewinnen. Aufgrund der Tatsache, dass sich die negativen Effekte langen Sitzens auf die Blutgefäße durch kurze Bewegungsunterbrechungen gut vorbeugen lassen, kommt der Arbeitsorganisation eine größere Bedeutung zu als der individuellen Verhaltensprävention nach Feierabend.

    Um kurze aktive Unterbrechungen des sitzenden Arbeitsalltags zu ermöglich, helfen unsere Fit-For-Work-Kurse. In diesen 15-30-minütigen Kurz-Interventionen erfahren alle Teilnehmer*innen einen professionell angeleiteten Bewegungsausgleich, der neben der Reduktion des oben genannten Risikos auch nachweislich Wohlbefinden, Kreativität und Teamgefühl steigert.

    Wir freuen uns auf Sie,

    Ihr Team VisionGesund.


    Weiterführende Literatur:

    Restaino et al., 2015: Impact of prolonged sitting on lower and upper limb micro- and macrovascular dilator function. Experimental Physiology; Volume 10, Issue 7.

    K. Starrett, Cordoza, J. Starrett: Sitzen ist das neue Rauchen: Das Trainingsprogramm, um lebensstilbedingten Haltungsschäden vorzubeugen und unsere natürliche Mobilität zurückzugewinnen, Riva (September 2016), ISBN-10: 3868838007.

Über den Autor/ die Autorin

Michael Bode

Michael Bode

Er hat einen Abschluss der Wirtschaftspsychologie (B. Sc.) mit dem Fokus betrieblicher Gesundheits-psychologie und ist Ökonom und Sportwissenschaftler (M. Sc. & B. A.). Bei VisionGesund liegt sein Arbeitsfokus in der Analyse psychischer Belastung mittels quantitativer und qualitativer Verfahren. Eine besondere Leidenschaft besteht in der Auswahl und Bewertung passgenauer Analyseinstrumen-te für Mitarbeitendenbefragungen. Neben ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten runden die Entwicklung zielgruppenspezifischer Kommunikationspläne sowie die Steuerung und Umsetzung von Projekten sein Profil ab. Seit 2016 gehört er zum Berater:innenteam West der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) – der zweitgrößten gesetzlichen Unfallversicherung. Sein umfangreiches Wissen zu den gesetzlichen Ansprüchen an die Gefährdungsbeurteilung hat er dort in internen Quali-fizierungsmaßnahmen (z. B. Teilnahme an den jährlichen, zweitägigen Berater:innen-Fortbildungen), in über 30 Projekten und weit über 400 Workshops zur vollen Zufriedenheit der Aufsichtspersonen und Auftraggeber:innen eingesetzt. Er ist Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. und zertifizierter systemischer Organisationsberater gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemische Organisationsberatung e.V.