Veränderung prägt die moderne Arbeitswelt, das ist eine Tatsache. Die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) entwickeln sich ständig weiter. Erhalten Sie einen Überblick, welche Risiken, Konsequenzen, aber auch welche Chancen das große Thema Arbeit 4.0 beinhaltet:


Die Bedrohung der Arbeitsplätze durch Digitalisierung

Für viele hat das Thema Digitalisierung eine negative Assoziation. Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sorgen sich 30 % der Beschäftigten um ihren Arbeitsplatz. Der Fortschritt und die kontinuierliche Integration von IKTs (Informations- und Kommunikationstechnik) spielt hier eine große Rolle. Verbunden ist die Sorge um den eigenen Job mit großem emotionalen Stress, welcher sich im Dauerzustand erwiesenermaßen negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Eine Forsa-Studie aus dem Jahre 2013 im Auftrag der IG Metall ergab außerdem, dass mehr als jede*r Vierte im Beruf oft oder sogar immer durch Stress an die Grenzen der Belastbarkeit kommt. Beinahe zwei Drittel der Beschäftigten sind der Ansicht, dass IKT eine Intensivierung der Arbeit aufgrund technologischer Neuigkeiten auslöst. Diese Sorgen häufen sich mit dem steigenden Grad der Qualifizierung; besonders Führungskräfte sehen sich betroffen. 78 % der Beschäftigten sehen eine ständige Weiterbildung in dem Umgang mit dem technologischen Fortschritt als Notwendigkeit.

Werden menschliche Arbeitskräfte bald vollends durch Technologie ersetzt?


Daten geben Entwarnung

In einer Studie über die Volkszählungsergebnisse der letzten 140 Jahre in England und Wales fand man heraus, dass der technologische Fortschritt mehr Jobs geschaffen als zerstört hat. Expert*innen sind der Ansicht, dass sich die Aufgabenbereiche der Beschäftigten dabei einem grundlegenden Wandel unterzogen haben und dasselbe auch in der jetzigen Zeit geschieht.



Neue Chancen ergeben sich

Der enorme technologische Fortschritt führt laut dem BMAS zu erhöhter Produktivität und steigert den Entscheidungsspielraum der Beschäftigten. Die Aufgaben in der Digitalisierung werden weniger physisch, dafür kognitiv anspruchsvoller. Digitalisierung könnte somit beispielsweise für Menschen mit körperlicher Behinderung ganz neue Türen in die Arbeitswelt öffnen.



Wie geht es weiter?

In einer Publikation des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zum Thema Industrie 4.0 wird beschrieben, wie den Mitarbeitenden neue Aufgabenbereiche zu Teil werden; Maschinen und Technologien werden dabei viele (vor allem gefährliche) Aufgaben übernehmen oder entscheidend erleichtern. Der Mensch ist dann angewiesen, die Maschine oder das Programm zielführend zu verwalten und zu überwachen.

In Büros hingegen ist der Umgang mit informationsbeschaffenden Technologien sowie neuartigen Programmen und Kommunikationsmöglichkeiten sehr wichtig. Aus diesem Grund werden Fortbildungen im Bereich der Technologiekenntnisse sowohl für Arbeitnehmende mit körperlicher als auch mit geistiger Tätigkeit unverzichtbar werden.

(Insbesondere mentale) Flexibilität sehen wir hier als eine Fähigkeit, der eine steigende Bedeutung zugemessen wird. In unseren vergangenen Artikeln können Sie mehr darüber erfahren, wie Sie mit ein paar Tipps das Stresslevel effektiv senken und so die kognitive Leistung verbessern können.




Weiterführende Literatur:

BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales):Monitor: Digitalisierung am Arbeitsplatz.Aktuelle Ergebnisse einer Betriebs- und Beschäftigtenbefragung.

Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO: Studie: Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0.

IG Metall: Ergebnisse der Forsa-Umfrage zum Thema Stress.
Dem Stress im Job Grenzen setzen
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The Guardian. Economics.: Technology has created more jobs than it has destroyed, says 140 years of data .

Bildernachweis:

Urheber: rawpixel / Pexels

Über den Autor/ die Autorin

Luisa Kestermann

Luisa Kestermann

Sie studierte im Bachelor Wirtschaftpsychologie (B. Sc.) mit dem Schwerpunkt Personal- und Organisa-tionspsychologie und beendete ihre akademische Laufbahn als Psychologin (M. Sc.) mit dem Schwer-punkt Human Performance in Socio Technical Systems und den Vertiefungen Occupational Health Psychology und Public Health. Sie konzentriert sich bei VisionGesund auf die Untersuchung psychischer Belastungen in der Arbeitswelt mittels qualitativer und quantitativer Analysemethoden. Außer-dem unterstützt sie das Berater:innenteam bei VisionGesund bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung zahlreicher Projekte. Durch ihre motivierende und wertschätzende Art schafft sie eine vertrauensvolle Basis in ihren Projekten. Ihr Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, gesunde und nachhaltige Arbeitsbedingungen zu gestalten sowie Strukturen zu fördern, die das psychische Wohlbefinden der Mitarbeitenden stärken. Seit 2025 ist sie, nach vorheriger Werkstudierendentätigkeit, festes Mitglied des Berater:innenteams der VisionGesund GmbH. Durch vielfältige berufliche Erfahrungen vor ihrem Eintritt in das Unternehmen bringt sie fundierte Kenntnisse in den Bereichen Führungskräfteentwicklung, Projektmanagement sowie Personal- und Organisationsberatung mit.