Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Towers Watson werden in 55 % aller deutschen Unternehmen keine Maßnahmen zur Demografiefestigkeit umgesetzt. Obwohl die Erwerbstätigenquote der 60-64-Jährigen in den nächsten Jahren ansteigen wird, vergessen 92 % der Unternehmen gezielt, Ältere für sich zu gewinnen. Dabei nimmt die Relevanz des demografischen Wandels in deutschen Unternehmen ungebremst zu. Zeit für das Management, alle Generationen in die Unternehmensplanung miteinzubeziehen!

Demografischer Wandel sorgt für zunehmendes Konfliktpotenzial in den Unternehmen

Laut einer Mercer und Bertelsmann Stiftung-Studie sorgt der demografische Wandel bei mehr als 50 % aller Befragten für ein erhöhtes Konfliktpotenzial im Unternehmen. Dabei spielen der Wandel des Qualifikations- sowie des Erfahrungsniveaus der Bewerber*innen eine wichtige Rolle. Aber insbesondere der Wandel der Wünsche und Erwartungen der Belegschaft sowie die sich verschiebende Altersstruktur haben einen besonderen Einfluss. Nicht umsonst erfährt das umfangreiche Thema der lebensphasenorientierten Personalführung eine immer größere Bedeutung.

Auch die Unternehmensgröße hat einen Einfluss auf die Wahrnehmung des demografischen Wandels. Gerade kleinere Unternehmen, die nicht so stark im Fokus der Öffentlichkeit stehen, spüren die Auswirkungen des Fachkräftemangels früher. Dies wird seit 2014 durch die Rente mit 63 Jahren weiter verschärft.

Lösungen – Was können Arbeitgeber*innen tun?

Klassische Maßnahmen – wie betriebliche Altersvorsorge sowie Vergütungs- und Talent-Management – werden von den Unternehmen zum Teil bereits umgesetzt. Grundsätzlich sollten sich Unternehmen auch für die Förderung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter*innen einsetzen (von Kinderbetreuung bis Angehörigenpflege). Auch müssen frühzeitig Erkenntnisse über zu erwartende personelle Lücken in den verschiedenen Unternehmensbereichen gewonnen werden, um die notwendigen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Idealerweise wird dies in einem Personalplanungsprozess fest verankert. Dennoch führen über 1/3 der von Towers Watson befragten Unternehmen keine Altersstrukturanalyse durch. Bei Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter*innen steigt dieser Wert sogar auf die Hälfte.

Wirkungsvoll in die Zukunft

Zukünftige wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel sehen die Unternehmen auch im Wissensmanagement und der altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung. Die wichtigste Maßnahme auf der Demografie-Agenda ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement, um die Gesundheit und Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten möglichst lange zu erhalten und zu verbessern.

Klar ist, dass zu einem erfolgreichen Demografiemanagement im Unternehmen die Bereitstellung ausreichender finanzieller und personeller Ressourcen sowie die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten gehört. Dann können Unternehmen mit einem passenden Maßnahmenpaket die künftigen Herausforderungen meistern.


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Ihr Team VisionGesund.




Weiterführende Literatur:

Demografie Netzwerk (2012): Den demografischen Wandel im Unternehmen managen. Ergebnisbericht einer Studie von Mercer und der Bertelsmann Stiftung. [Stand: 03.09.2015].

Die Welt (2015): Wirtschaft. Beschäftigte. Bei Demografie gehen die meisten Firmen auf Risiko. [Stand: 03.09.2015]


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