Achtsamkeit ist angesagt

 

Unser Alltag ist beschleunigt, Tendenz steigend, insbesondere der berufliche. Die Tage sind lang und Termine reihen sich aneinander. Aus einer Beschäftigtenstudie der Techniker Krankenkasse geht ganz aktuell hervor: Gerade durch die quantitativen Anforderungen entstehen für Arbeitnehmer:innen enorme Belastungen am Arbeitsplatz: So gaben knapp 43 Prozent der Befragten an, immer sehr schnell arbeiten zu müssen um Ihren Aufgaben gerecht zu werden. Unter den Führungskräften sind es sogar 56% die angaben, nicht genügend Zeit für Ihre Aufgaben zu haben.

In der Weihnachtszeit kommt der private Organisationsstress noch hinzu. Geschenke besorgen, Adventskalender bestücken, der Fotokalender für die Großeltern und die Weihnachtskarte muss auch noch getextet werden. Die To-Do Liste im privaten Bereich ist unaufhaltsam und der Stress vorprogrammiert.  Doch insbesondere in stressigen Zeiten ist es wichtig, eine Minute innezuhalten und achtsam mit sich und seinem Umfeld umzugehen und auch auf die eignen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.

Gerade darum hat das Thema Achtsamkeit zunehmend an Bedeutung gewonnen, im privaten wie beruflichen Kontext. Das Konzept der Achtsamkeit gibt ein Instrument an die Hand, welches mittlerweile wissenschaftlich gestützt wird und welches in der Lage ist unser Wohlbefinden zu steigern und im Umkehrschluss Stress, Ängste und Rastlosigkeit deutlich zu mindern.

 

Unser Kopf ist voll

 

Aber was ist Achtsamkeit und wie funktioniert es? Achtsamkeit bedeutet mit Körper und Geist im Hier und Jetzt zu sein, also die intensive Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment zu lenken und diesen achtsam zu erleben und wahrzunehmen. Das ist gar nicht so einfach und für die meisten Menschen kein Normalzustand.
Wir hängen in Gedanken entweder noch in der Vergangenheit fest, beschäftigen uns mit Problemen, Sorgen oder Dingen, die wir noch erledigen müssten, oder denken schon über die Zukunft nach. Ein achtsamer Mensch hingegen achtet auf den Moment. Beim achtsamen Erleben findet außerdem keine Wertung statt. Nur das Wahrnehmen, ohne zu kategorisieren, einzuordnen oder zu bewerten, spielt eine Rolle.
Wir neigen dazu alles zu bewerten, den Fokus auf unsere Schwächen zu legen oder auf Dinge, die nicht so gut waren. Achtsam zu sein bedeutet auch annehmen, nicht zu bewerten und sich auf das zu konzentrieren, was außerhalb unserer vollen Gedankenwelt gerade vorgeht. Der Abstand zur Gedankenwelt ist es, der uns relativieren lässt und uns Vertrauen gibt, dass sich auch große innere Dramen wieder auflösen, wenn wir es schaffen, nicht auf die entsprechenden Gedanken einzugehen. Das wiederum führt langfristig zu mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden.

VisionGesund empfiehlt: Die Mindful Minute

 

Eine einfache Möglichkeit, um einen achtsamen Umgang mit sich selbst, dem eigenen Körper und den Gedanken zu erlernen, sind Atemübungen, wie sie unter anderem auch in der Meditation verwendet werden. Das Konzept der Achtsamkeit stammt nämlich aus dem Buddhismus und ist der Bewusstseinszustand, der den Meditationen zu Grunde liegt. Eine Meditation kann also nicht ohne Achtsamkeit funktionieren, jedoch kann man auch ohne zu meditieren achtsam sein. Anstelle der täglichen Meditation, welche vielen Menschen schwerfällt und die zudem professionelles Meditationstraining erfordert, empfiehlt VisionGesund:

„Die Mindful Minute – eine Achtsamkeitsübung als Pause vom Alltag. Halten wir unseren Alltag an, um unsere Gedanken zu sortieren: 1 Minute, überall und zu jeder Zeit durchführbar.“

Hierzu eigenen sich ganz unterschiedliche Momente des Alltags, die Sie nutzen können um ganz im Hier und Jetzt zu sein:

    • Während des Aufwachens noch eine Minute mit offenen Augen liegenbleiben, sich des Wachseins bewusstwerden und in die Atmung und in den Körper hineinspüren
    • Auf dem Weg zur Arbeit bewusst die frische Luft wahrnehmen, Wind/Regen bewusst auf der Haut spüren, Geräusche wahrnehmen
    • In der Mittagspause auf den Geschmack des Essens fokussieren, nicht an die nächste Abgabe denken
    • Während des Sports auf die Atmung konzentrieren und in die Muskelspannung hineinfühlen, anstatt den E-Mail-Verteiler der letzten Kommunikation zu überdenken.
    • Wann immer Sie in Stress geraten, halten Sie kurz inne und konzentrieren Sie sich für eine Minute vollkommen auf Ihren Atem.

Achtsamkeit impliziert einerseits Präsenz, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrnehmen, andererseits Akzeptanz, das heißt, wertfrei zum inneren Gleichgewicht zu finden. Die mentale Gelassenheit kommt Ihnen nicht nur im Berufsleben zugute, sondern auch im privaten Miteinander.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, einen achtsamen Umgang in Ihren betrieblichen Alltag zu integrieren!

Ihr Team VisionGesund.




In unserer Beitragsserie finden Sie weitere Informationen zum Thema Achtsamkeit & Resilienz!

#1 Resilienz – gegen Stress gerüstet.

#2 Definition Achtsamkeit – bewusst durch den Alltag.

#3 Umsetzung Achtsamkeit – 7 Ansätze zum achtsamen Alltag.

 

 

Weiterführende Literatur:

TK Die Techniker: How´s Work

Neurologen und Psychiater im Netz: Durch Trainieren von Achtsamkeit Gedankenkreisen unterbrechen

DFME (Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit): Achtsamkeit und Resilienz.

 

 

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