Gerade im Sommer wird der Arbeitsplatz häufig zur Qual: Der Schweiß fließt, die Augen werden schwer, der Kreislauf ist im Keller und jede Bewegung wird doppelt so anstrengend. Auch die geistige Leistungsfähigkeit leidet unter den steigenden Temperaturen. Laut Siegfried Lehrl, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Gehirntraining (GfG), sinkt in heißer Umgebung sogar der Intelligenzquotient um 10 Punkte.

Im Folgenden haben wir drei Tipps zusammengetragen, mit denen Sie trotzdem einen kühlen Kopf bewahren und ihre Konzentrationsfähigkeit nachhaltig steigern:

Lehrl zog seine Studienergebnisse aus Experimenten in der Sauna, wonach die Dehydrierung wohl die Hauptursache für die mangelnde Konzentration war. Drei Viertel des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Insbesondere unser Gehirn bezieht seine Energie nicht nur aus dem Kohlenhydratstoffwechsel, sondern vor allem durch den Wasserdruck bei der Zellosmose, der sogenannten „hydroelektrischen“ Energie. Herrscht Wassermangel im menschlichen Organismus, erhält das Gehirn folglich weniger Energie – seine Funktionen sind eingeschränkt. Das hat schwerwiegende Folgen, immerhin laufen im Hirn lebensnotwendige Prozesse ab.

    1. Viel trinken ist also nicht nur ein lapidarer Tipp, sondern wichtig für die geistige Leistungsfähigkeit, gerade im Sommer. Haben Sie bei der Arbeit also immer ein Wasser griffbereit an Ihrem Arbeitsplatz.Zuckerhaltige Getränke sind dagegen nicht zu empfehlen, da sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, worauf er ebenso rapide wieder fällt. Die Konsequenz: noch mehr Durst.


Sport fördert die Durchblutung! Das gilt nicht nur für unsere Gliedmaßen, sondern ebenso für das Gehirn. Genau wie der restliche Körper kann das Blut durch Bewegung besser im Gehirn zirkulieren und so wichtige Teilregionen mit Nährstoffen versorgen bzw. von Abfallprodukten befreien. Der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Nervenzellen wird verstärkt und – ähnlich wie bei Muskelzellen – kommt es zur Neubildung von Synapsen und Nervenzellen. Das gilt übrigens für jede Altersklasse! Auch Senioren*innen können mithilfe eines aktiven Lebensstils noch ihre geistige Fitness stärken.

    2. Wenn wir uns bewegen, tun wir demnach nicht nur etwas für unsere schlanke Linie, sondern fördern zudem die Leistungsfähigkeit unseres Nervensystems.


Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Sport unsere Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Informationsverarbeitung und Gedächtnisleistungen sowohl kurz- als auch langfristig verbessert. Hierbei ist die Devise: Mehr ist mehr! Wer regelmäßig trainiert, aktiviert häufiger seine Nervenzellen und kann somit mit effizienteren Resultaten rechnen. Aber Achtung an alle Ambitionierten! Wer sich zu viel Druck macht, tut dem Körper nichts Gutes. Man muss kein Spitzensportler werden, um seine Figur und die grauen Zellen in Schuss zu halten, im Gegenteil: Bei einem hohem Stresslevel werden die Hormone Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet. Diese beeinträchtigen die neu gewonnenen Gehirnzellen.

    3. Durch viel mentalen Stress verlieren Sie also unter Umständen sogar mehr Gehirnzellen als Sie sich hart antrainiert haben. Hören Sie also darauf, was Ihnen guttut und Spaß macht. Setzen Sie sich nicht durch zu viel Ehrgeiz unter Druck. Wie sagt man so schön:

    „In einem gesunden Geist, wächst ein gesunder Körper.“

    (aus dem Römischen: Juvenal, Satire 10, 356)


Fazit: Durch körperliche Aktivität können wir unsere kognitiven Gehirnfunktionen positiv beeinflussen. Das betrifft sämtliche Prozesse des Wahrnehmens sowie des Gedächtnisses und führt insgesamt zu einer schnelleren Informationsverarbeitung, höheren kognitiven Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit.

Doch was tun wir nun gegen die Hitze?

Tatsächlich kommt der menschliche Körper sogar besser mit heißem, aber trockenem Wetter zurecht als mit schwülen Temperaturen. Daher wird im Wetterbericht auch oft die gefühlte Temperatur angegeben. Hitze am Arbeitsplatz kann sich negativ auf die Produktivität und Konzentration auswirken. Welche Maßnahmen Sie hiergegen ergreifen können und wann hitzefrei angebracht ist, lesen Sie in unserem Blogbeitrag Hitze am Arbeitsplatz – wenn das Büro zur Sauna wird.

Bis dorthin: Auch wenn der Schweiß tropft, im Nachhinein fühlen Sie sich nach jeder Bewegungseinheit – auch der kleine Parkspaziergang in der Mittagspause – erfrischt! Ihre grauen Zellen werden es Ihnen danken.

Haben Sie gewusst?…
…,
dass das Gehirn eines Neugeborenen etwa 500 Gramm wiegt und das eines erwachsenen Menschen etwa 1.500 Gramm? Dieses Kilo Körpergewicht kommt allein durch die vielen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Nervenzellen zustande, die im Laufe des Lebens durch neue Inputs ausgebildet werden. So kann ein*e Erwachsene*r komplexe Denkaufgaben bewältigen, zu denen ein Baby nicht fähig wäre.


Weiterführende Literatur:

Padoc: Studie körperliche Aktivität steigert die kognitive Leistungsfähigkeit.

Focus: Hitze und Intelligenz: Warum an warmen Tagen alles komplizierter ist.

Deutscher Sportlehrerverband: Der Einfluss von Sport und Bewegung auf die zerebrale Leistungsfähigkeit.

Gesundheitswissen:Grundlagen zum Thema Sport und Gehirnleistung

Bildung ab 50: Sport für geistige Leistungsfähigkeit.

Carina Mallwitz: Warum Bewegung die Konzentration fördert

Zentrum der Gesundheit: Dehydratation – Wassermangel im Körper

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