Achtsamkeit ist angesagt!

Der aktuelle Trend rund um Achtsamkeit hat einen Grund! Unsere Gesellschaft ist hochgradig gestresst: Der Leistungsdruck nimmt kontinuierlich zu, die Zeitressourcen werden knapper. Zeit mit der Familie, dem/der Partner*in, Freund*innen, Zeit für sich – Zeit gewinnt zunehmend an Wert. Trotzdem nehmen wir sie uns viel zu selten. Zu hoch sind das Arbeitspensum und die Erwartungen an sich selbst.

Besonders in stressigen Zeiten ist eine hohe Resilienz von Vorteil. Der letzte Beitrag erklärte den Sinn von Achtsamkeitspraktiken, um selbst stressresistenter zu werden, also die eigene Resilienz zu schulen.

Im Folgenden widmen wir uns der Umsetzung, Achtsamkeit in den eigenen Alltag zu integrieren und damit zugleich eine ganzheitliche Gesundheit – sowohl auf psychischer als auch auf physischer Ebene – zu fördern.

 

Wie gelingt „Achtsamkeit“ im Alltag?

Achtsamkeit impliziert einerseits Präsenz, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten, andererseits Akzeptanz, das heißt, zum eigenen inneren Gleichgewicht und intrinsischer Zufriedenheit zu finden.

Die folgenden sieben Säulen unterstützen Sie in Ihrer Herangehensweise an besondere und alltägliche Herausforderungen. Denn die Reflexion und Bewusstmachung des eigenen Denkens und Handelns sind der erste Schritt zu einem achtsameren Umgang mit sich selbst sowie dem Umfeld.

 

Die 7 Säulen der Achtsamkeit nach Dr. Stefan Schmidt

1. Nicht Urteilen. Akzeptanz und Respekt! Reflektieren Sie Impulshandlungen, aber (ver)urteilen Sie nicht. Versuchen Sie stattdessen lieber, das nächste Mal daraus zu lernen bzw. mit den Impulsen anderer umzugehen.

2. Geduld bewahren. Hören Sie nicht auf zu hinterfragen: Wie fühlen Sie sich in bestimmten Situationen? Was raubt Ihnen Energie? Was spendet Ihnen Kraft? Achtsamkeit ist ein stetiger Prozess und Lebensstil, kein Projekt, das dringend `abgehakt´ werden muss!

3. Anfängergeist zulassen. Deshalb müssen und werden Sie auch niemals alles wissen. Profitieren Sie stattdessen von der Offenheit für Neues und der Freude am Lernen!

4. Vertrauen entwickeln. Entdecken Sie Ihre Stärken und verlassen Sie sich auf sich!

5. Zwänge ablegen. Das bedeutet auch, dass Sie zu jederzeit selbst für sich verantwortlich sind!

„Jede*r ist des eigenen Glückes Schmied*in!“

6. Akzeptanz bilden. Individualität ist etwas Wunderbares und andere Meinungen und Denkweisen sind sogar (in den meisten Fällen) erwünscht! Das heißt nicht, dass Sie diese übernehmen müssen, aber Sie können mit Ihnen arbeiten.

7. Loslassen. Aus verschiedenen Perspektiven, Denkmustern und reflektierten Situationen können Sie Ihren eigenen Horizont erweitern, Ihre persönlichen Stressfaktoren erkennen und an dem Umgang mit Ihnen arbeiten.

 

Umsetzung Achtsamkeit am Arbeitsplatz

Gerade der Arbeitsplatz ist für viele Arbeitnehmende der größte Stressfaktor im Alltag, der sich auch auf das Privatleben und die eigene Gesundheit auswirkt. Deshalb ist es wichtig, alle Mitarbeitenden in Achtsamkeitspraktiken zu schulen. Dazu zählen Techniken wie Meditation oder spezielle Atemübungen ebenso wie die oben aufgeführten Denkansätze und Kommunikationsweisen.

Mithilfe von Seminaren, Workshops und Impulsvorträgen kann das Bewusstsein aller Arbeitskräfte auf die Bedeutung der Stressreduktion gelenkt werden.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, einen achtsamen Umgang in Ihren Alltag zu integrieren!

Ihr Team VisionGesund.




Hier finden Sie alle Teile unserer Beitragsserie zum Thema Achtsamkeit & Resilienz!

#1 Resilienz – gegen Stress gerüstet.

#2 Definition Achtsamkeit – bewusst durch den Alltag.

#3 Umsetzung Achtsamkeit – 7 Ansätze zum achtsamen Alltag.

 

Weiterführende Literatur:

DFME (Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit): Achtsamkeit und Resilienz.

INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit): Monitor. Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt.

DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund): Index Gute Arbeit: Arbeiten am Limit. Schwerpunkt Arbeitsintensität.

Dr. Schmidt, S. (o. J): Das Konzept Achtsamkeit, in: Von Ins, A., Waser, S. (o. J.): Achtsamkeit in der Sozialen Arbeit. Eine professionstheoretische Untersuchung.

Dr. Schmidt, S.: Achtsamkeit. Ein Weg aus der Beschleunigung.

Baua (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2018.

 

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