Die Anzahl an Gesundheits- und Ernährungstrends schoss in den letzten Jahren durch die Decke. Dahinter können sich unterschiedliche Gründe und Einstellungen verbergen. Es kommt dabei nicht selten vor, dass die individuelle Gesundheit in den Hintergrund tritt. Vor allem, wenn Nährstoffpräparate zum Einsatz kommen…

Welche Nährstoffe gibt es und welche brauche ich?

Es gibt drei (Makro-)Nährstoffarten: Proteine (Eiweiß), Kohlenhydrate (Zucker) und Fette.
Diese lassen sich weiter in ihre Grundbausteine zerlegen und können unterschiedlich schnell in Energie umgewandelt werden. Sie sind die wichtigsten Energielieferanten.

Neben den Makro-Nährstoffen sind im Essen auch noch Hormone, Vitamine und Mineralstoffe (z.B. Kalzium, Magnesium, Eisen) enthalten, die sogenannten Mikro-Nährstoffe. Sie müssen alle (bis auf Vitamin D) durch die Nahrung aufgenommen werden.

Verschiedenes Essen stellt uns unterschiedliche Nährstoffe zur Verfügung. Ausschlaggebend ist das richtige Verhältnis. Um den durchschnittlichen Tagesbedarf an Makro-Nährstoffen zu decken, sollten mehr als 50% des Energiebedarfs durch Kohlenhydrate und ca. 35% durch Fette gedeckt werden. Proteine sollten dabei etwa 15% ausmachen (nach Haller et al., 2012, S. 110). Diese Angaben sind als Richtwerte zu verstehen und können nicht pauschalisiert werden. Je nach individuellen Begebenheiten (Ausübung spezifischer Sportart, generelles Bewegungslevel, individueller Stoffwechsel, persönliches Ziel (generelle Vitalität, Aufbau von Muskulatur etc.) kann die tatsächliche Empfehlung von Nährstoffen anders ausfallen.


Reingebissen und dann beißt das Gewissen

Vegetarisch, Vegan, Raw Food (Rohkost), Low Carb (wenig Kohlenhydrate) oder Paleo (Steinzeitkost)… Dies sind nur ein paar von vielen Ernährungstrends. All diese Ernährungsweisen basieren auf Entscheidungen, die heutzutage immer mehr Menschen aus nachvollziehbaren Gründen (z. B. dem ethischen Aspekt der Massentierhaltung etc.) treffen, die aber Einfluss auf den Metabolismus (Stoffwechsel) haben. Die fehlenden Nährstoffe müssen dann durch andere Lebensmittel aufgenommen werden.

Sollte der Verzicht sehr radikal ausfallen, kann es sein, dass zur Unterstützung der fehlenden Nähstoffe künstliche Präparate eingesetzt werden. Hierbei ist Vorsicht geboten. Obwohl diese Präparate in Form von Pillen oder Kapseln in der Apotheke erhältlich sind, gelten nahrungsergänzende Mittel nicht als Medikamente und müssen daher auch nicht deren langwierigen Zulassungsprozess durchlaufen. Wie und ob diese Mittel gesundheitsschädlich sein können, ist auch nach vielen Untersuchungen bisher noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. Letztendlich sollte jede Person, die ihr Ernährungsverhalten grundlegend verändern will, auch die Notwendigkeit oder eben die Sinnlosigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln berücksichtigen.


Generation Gesundheitsapp

Heutzutage beeinflussen digitale Medien und Apps unser Verhalten grundlegend. Insbesondere, wenn es um Fitness oder Ernährung geht, sind Applikationen zur Information und eigenen Überwachung sehr beliebt. Dabei sind die Hersteller*innen dieser Apps nicht zwangsweise Expert*innen für dieses Gebiet und so ist der Zugang zu Fehlinformationen sehr leicht. Wenn es darum geht, sich an strikte Anweisungen zu halten, die starken Einfluss auf den eigenen Körper und dessen Stoffwechsel haben, können fälschliche Informationen gesundheitsschädigende Auswirkungen haben. Aus diesem Grund ist eine Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit des/r Anbieter*in vor der Benutzung solcher Apps empfehlenswert.


Den eigenen Körper kennen

Wer sich bewusst ist, was der eigene Körper an Makro-Nährstoffen benötigt, kann bezüglich der eigenen Ernährung sinnvolle Entscheidungen treffen. Im VisionGesund Ernährungs-Check wird allen Teilnehmenden das nötige Hintergrundwissen vermittelt, um verantwortungsbewusst mit dem Energiebedarf des eigenen Körpers umzugehen und um nicht zuletzt auch die eigenen privaten Ernährungsvorstellungen umsetzen zu können.

Mehr Informationen zum VisionGesund Ernährungs-Check finden sie auf dem Dienstleistungsangebot unserer Webseite. Bei Interesse an einer umfassenderen Beratung oder weiteren Fragen kontaktieren Sie uns gerne direkt.




Weiterführende Literatur:

D. Haller, T. Grune, G. Rimbach (2012): Biofunktionalität der Lebensmittelinhaltsstoffe, Berlin.

M. J. Müller, A. Bosy-Westphal, B. Dilba, N. Bader, O. Korth (2006): Energieverbrauch und Energiebedarf gesunder Menschen (Energy Expenditure and Energy Requirement of Healthy Humans), Stuttgart / New York.


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Urheber*in: Malidate Van / Pexels.