Gesundheitsmythos Fruchtzucker (Fructose)

von | Jan. 31, 2014 | Betriebliche Gesundheitsförderung, Ernährung

Obst – gesund wie Gemüse? … Wäre da nicht die Fructose!

„An apple a day, keeps the doctor away!”

Obst enthält viel Vitamine und ist eine leckere Alternative zur süßen Vollmilchschokolade. Grund dafür ist die Fructose: Obst enthält Zucker. Daher schmecken Banane, Trauben & Co. auch so herrlich süß. Nicht umsonst empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung „5 Hände Obst & Gemüse am Tag”. Was die meisten dabei nicht berücksichtigen: Der Anteil an Obst ist dabei auf 2 Hände limitiert, sprich: etwa 2 Stücke Obst.

 

Warum der Fruchtzucker zwar aus der Frucht stammt, aber trotzdem nicht gesund ist!

Früchte sind gesund. Richtig!
Fruchtzucker ist also der gesunde Zucker. Falsch!

Fruchtzucker ist keinesfalls so gesund, wie vermutet werden könnte.

Denn: Alle Zucker (ob herkömmlicher Haushaltszucker (Saccharose), Traubenzucker (Glukose) oder Fruchtzucker (Fructose) gehören zu den Kohlenhydraten. Sowohl Fruchtzucker als auch herkömmlicher Zucker sind beide pflanzlichen Ursprungs. Nicht nur Fructose wird aus einer Pflanze gewonnen, auch Saccharose kommt aus einer Pflanze (z. B. aus Zuckerrohr oder der Zuckerrübe) und wird keinesfalls industriell hergestellt.

Ähnlich wie beim Haushaltszucker (z.B. in Cola oder Schokolade) löst der Fruchtzucker kein Sättigungsgefühl aus, was zu einem übermäßigen Konsum von Obst führen kann. Zudem schätzen Expert*innen, dass ca. 30% der Bevölkerung unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit leiden, welche im Gegensatz zu der bekannten Laktose-Intoleranz, oft unerkannt bleibt.

Also Vorsicht: Fruchtsäfte/-schorlen (z.B. Apfelschorle) enthalten viele wichtige Vitamine, aber ebenso viel Zucker. Zudem braucht der Körper ca. zwei Stunden, um die Kohlenhydrate zu verbrennen.

Der herkömmliche Zucker benötigt im Körper den Stoff Insulin, um abgebaut werden zu können. Fruchtzucker ist hingegen insulin-unabhängig, denn er muss zunächst in die für den Körper bekannte Glukose umgewandelt werden. Dies erfordert einen hohen Energie- und Wasserbedarf. In der Konsequenz nimmt der Fruchtzucker somit indirekt Einfluss auf den Insulinspiegel über die spätere Glukose und führt daher zeitversetzt zu einem Anstieg des Insulinspiegels. Dies kann vor allem für Diabetiker schlimme Folgen haben!

 

Fazit

Sollen Sie sämtliche Früchte nun verteufeln? Nein.
Wie viel Obst ist in Ordnung? Das kommt drauf an.

Fruchtzucker ist bei weitem nicht gesund. Fruchtzucker ist für den menschlichen Organismus als Stoff unbekannt, weshalb er nicht so schnell vom Organismus aufgenommen werden kann und erst in Glukose umgewandelt werden muss. Aber auch dann bleibt der Fruchtzucker ein Kohlenhydrat und führt zu einer verzögerten Insulinspiegelveränderung.

Dabei hat Obst in Maßen durchaus positive Effekte auf die körperliche Gesundheit. Dieses Maß wird durch hochkonzentrierte Fruchtsäfte oder Fructose-Zusatz in Fertigprodukten leicht überschritten. Deswegen ist Vorsicht bei Smoothies oder gar gekauften Fruchtsäften geboten. Aber bitte verbieten Sie sich nicht, Früchte in Ihr Joghurt zu schneiden oder einen Apfel als Snack zu essen.

Die Menge macht das Gift!

Aber solange das Bewusstsein über die eigene Ernährung und täglich konsumierten Lebensmittel vorhanden ist, ist ein Stück Obst als süßer Nachtisch trotzdem allemal besser als eine Tafel Vollmilchschokolade.

Tipp: Um Ihre Geschmacksnerven neu zu sensibilisieren lohnt es sich, für ein paar Wochen komplett auf Zucker (auch Obst, Trockenfrüchte etc.) zu verzichten. Sie werden staunen, wie süß Ihnen nach dieser Zeit ein Apfel vorkommt.


Wir wünschen einen guten Appetit!


Ihr Team VisionGesund.





Weiterführende Literatur:

wissenschaft.de: Fruchtzucker: Kritischer Versager im Gehirn.

Deutsches Ärzteblatt: Welche Nährstoffe braucht der Körper? .

Fäh, D (2010): Fruktose und Gesundheit.

Stanhope, K. L. & Havel, P.: Fructose consumption: Recent results and their potential implications

Online-Trainer-Linenz: Mythos: Ist zu viel Obst ungesund?

Bildernachweis:

Urheberin: Trang Doan / Pexels

Über den Autor/ die Autorin

Luisa Kestermann

Luisa Kestermann

Sie studierte im Bachelor Wirtschaftpsychologie (B. Sc.) mit dem Schwerpunkt Personal- und Organisa-tionspsychologie und beendete ihre akademische Laufbahn als Psychologin (M. Sc.) mit dem Schwer-punkt Human Performance in Socio Technical Systems und den Vertiefungen Occupational Health Psychology und Public Health. Sie konzentriert sich bei VisionGesund auf die Untersuchung psychischer Belastungen in der Arbeitswelt mittels qualitativer und quantitativer Analysemethoden. Außer-dem unterstützt sie das Berater:innenteam bei VisionGesund bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung zahlreicher Projekte. Durch ihre motivierende und wertschätzende Art schafft sie eine vertrauensvolle Basis in ihren Projekten. Ihr Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, gesunde und nachhaltige Arbeitsbedingungen zu gestalten sowie Strukturen zu fördern, die das psychische Wohlbefinden der Mitarbeitenden stärken. Seit 2025 ist sie, nach vorheriger Werkstudierendentätigkeit, festes Mitglied des Berater:innenteams der VisionGesund GmbH. Durch vielfältige berufliche Erfahrungen vor ihrem Eintritt in das Unternehmen bringt sie fundierte Kenntnisse in den Bereichen Führungskräfteentwicklung, Projektmanagement sowie Personal- und Organisationsberatung mit.