Arbeiten von zu Hause aus – zuvor ein Privileg unserer digitalen Gesellschaft, welches viele Angestellte begrüßten… Aber in der aktuellen Situation fragen sich viele: Home-Office jeden Tag auf unbestimmte Zeit? Muss das sein?!

„Ja!“ sagt die Bundesregierung wohl zurecht. Schließlich ist die Gesundheit unser wichtigstes Gut. Und genau die ist durch das Corona-Virus bedroht! Die Arbeit in den eigenen 4 Wänden minimiert das Infektionsrisiko: Wer kann, schickt die Mitarbeitenden in Heimarbeit.

Alles, was Sie zum Thema Einführung eines Home-Office wissen müssen auf einen Blick:

Der Home-Office-Gesundheits-Guide: 5 Dinge, auf die Sie im heimischen Büro achten sollten!

Lagerkoller? Rückenschmerzen? Fehlende Motivation beim Arbeiten von zu Hause? Wir begleiten Sie durch einen Arbeitstag im heimischen Büro und geben Ihnen 5 Ratschläge, wie Sie vom Home-Office profitieren, anstatt zu kapitulieren!

    8:00 Uhr – Kleider machen Leute!

    Der Wecker klingelt – Sie springen vom Bett direkt an den Laptop. Praktisch. Empfehlenswert ist es aber nicht: Sie sind gestresst, dadurch schlecht gelaunt und fühlen sich direkt überfordert.
    Besser: Schlafen Sie aus, stehen Sie rechtzeitig auf, frühstücken Sie mit Ihrer Familie – und ziehen Sie ein Arbeitsoutfit an! Keine Jogginghose, kein abgetragenes Oversize-Tshirt.

    Das Tragen der Kleidung beeinflusst auch Ihre Haltung. Innerlich und äußerlich. Also behalten Sie Ihre Morgenroutine bei! Das ist die Vorbereitung auf die Arbeit. Wenn es Ihnen gut tut, können Sie auch schon eine Runde spazieren gehen, sehen Sie es als Arbeitsweg – die Luft weckt Sie auf und sorgt für Konzentration!
    So können Sie Ihre Arbeit motiviert beginnen.

    8:30 Uhr – Arbeitszeit bedeutet störfreie Zeit!

    Was machst du? Das Kind steht im Türrahmen. Es ist gelangweilt. Wenn Sie arbeiten, brauchen Sie Ruhe. Leichter gesagt als umgesetzt. Je nach Alter und Anzahl Ihrer kleinen und großen Mitbewohner*innen sollten Sie vor Ihrer beruflichen Heimarbeit Absprachen treffen. Am besten trennen Sie sich räumlich von Ihrer Familie oder signalisieren durch Kopfhörer oder Schilder, dass nun Arbeitszeit ist. Vielleicht können Ihre Kinder oder Partner*in sogar im selben Zeitraum ebenfalls konzentriert arbeiten bzw. lernen. Dann ist die gemeinsame Pause umso schöner!


    10:00 Uhr –  Pausen für mehr Power!

    Soziale Pauseninhalte, etwa ein Plausch unter Kolleg*innen oder eben mit den Lieben zu Hause, begünstigen laut einer Metaanalyse der BAuA nachweislich die Leistungsfähigkeit. Auch Aktiv- oder Entspannungspausen zeigten einen positiven Effekt auf die Regeneration. Also integrieren Sie zumindest alle 90 Minuten der Bildschirmarbeit eine Dehn- oder Entspannungsübung, laufen Sie bei Telefonaten umher und wechseln Sie Ihre Tätigkeiten wenn möglich ab.


    13:00 Uhr – Leichte Kost für volle Konzentration!

    So langsam knurrt Ihr Magen. Groß aufkochen? Keine Zeit. Da lohnt es sich, wenn Sie Ihre Mahlzeit schon so gut es geht vorbereitet haben. So bleibt Ihnen mehr Zeit für Ihre wohlverdiente Pause und vielleicht sogar noch einen Verdauungsspaziergang. Wählen Sie bestenfalls gesunde, leichte Speisen, die Sie nicht träge werden lassen, sondern im Gegenteil Energie verleihen.


    16:00 Uhr – Gesundheit geht vor!

    Ein produktiver Arbeitstag neigt sich dem Ende – acht Stunden Schreibtischarbeit. Das geht nicht spurlos am Körper vorbei. Ein Viertel aller Arbeitsausfälle sind in Muskel-Skelett-Erkrankungen begründet, darunter 35 % durch Rückenschmerzen. Die ergonomische Ausrichtung des Arbeitsplatzes ist eine Präventivmaßnahme, um Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen: Ein rückenfreundlicher Bürostuhl mit Lehne, ein höhenverstellbarer Schreibtisch, geeignete Lichtverhältnisse – wahrscheinlich haben Sie zu Hause keine unbeschränkten Möglichkeiten zu einer gesunden Arbeitsweise nach ergonomischen Richtlinien.

    Für Ordnung und klare Strukturen können Sie immerhin auch im Home-Office sorgen. Mit etwas Deko schaffen Sie sich eine Wohlfühlatmosphäre, die das Arbeiten erleichtert. Vielleicht können Sie auch ab und an den Arbeitsplatz zu wechseln, um mal im Stehen, mal im Sitzen zu arbeiten.

    Haben Sie einen Balkon oder Garten? Probieren Sie ruhig draußen zu arbeiten, wenn Sie mögen. Vielleicht funktioniert hier Ihr Internet ebenfalls reibungslos und die Luft- und Lichtverhältnisse sind sogar besser als im stickigen Innenraum.


Generell gilt: Hauptsache Sie sind konzentriert und fühlen sich wohl. Ziehen Sie die Nutzen aus dem Home-Office anstatt über die Nachteile zu klagen (der dritte Teil unserer Serie erscheint nächste Woche und beschäftigt sich mit Pro und Kontra des Home Office)!



Entwicklung passiert durch Veränderung. Veränderungen basieren oft auf Anpassungen.


Wir hoffen, diese Tipps helfen Ihnen durch die bevorstehende Zeit.


Ihr Team VisionGesund.



Hier finden Sie alle Teile unserer Beitragsserie zum Thema Home-Office!

#1 Home-Office oder Mobile-Office? (inkl. Checkliste für Arbeitgeber*innen).

#2 Home-Office – effizient, ergiebig & ergonomisch.

#3 Home-Office – Vor- und Nachteile.




Weiterführende Literatur:

Selbstmanagement Blog: Gesundheit am Arbeitsplatz: Zur Ergonomie im Home-Office.

Baua: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt: Pausen.

Iga Report 34: Regeneration, Erholung, Pausengestaltung – alte Rezepte für moderne Arbeitswelten?.

Tagesschau: Petra Jagow, Diplom-Psychologin und Coach, zum Gelingen der Arbeit im Homeoffice.

Akademie: Zu Hause und doch im Büro: Arbeiten im Home Office..



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Urheber: Andrea Piacquadio / Pexels