Schlafmütze“, „Du verschläfst dein ganzes Leben“, „Schlafen kannst du, wenn du tot bist“. Schlafen ist Erneuerung. Regeneration, die unser Körper dringend benötigt. Und trotzdem wird es in unserer fleißigen Gesellschaft häufig mit Zeitverschwendung und Faulheit assoziiert. Wie oft haben Sie für das ein oder andere Projekt auf ein paar Stunden Bettruhe verzichtet, sich vielleicht sogar eine komplette Nacht mit Kaffee wachgehalten?
 

 

Schlafentzug wie Rauchen oder Rausch

Die aktuelle Studienlage empfiehlt dagegen weniger Stress und mehr Schlaf: Zu wenig nächtliche Bettruhe führt laut Forschenden mitunter zu einem früheren Tod.

Mehrere von der European Cardio Society veröffentlichte Studien belegten, dass regelmäßig weniger als fünf Stunden Schlaf ein erhöhtes Atherosklerose-Risiko verursachen. Atherosklerose geht mit einer Verstopfung der Blutgefäße einher und kann im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Ähnliche Konsequenzen drohen bei Rauchen oder Diabetes.

In Rattenexperimenten starben die Tiere unter Schlafentzug nach 21 Tagen. Ihre körperlichen Funktionen gerieten komplett durcheinander, da keine erneuernden Prozesse stattfanden. 24 Stunden Schlafentzug wirken sich auf den Menschen ebenso aus wie etwa 1,0 Promille Blutalkohol.

„Grundsätzlich schlafen wir in der heutigen Gesellschaft zu wenig,“

sagt Denise Lange, Doktorandin der Neurobiologie am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). 20 % der Verkehrsunfälle seien auf Müdigkeit zurückzuführen.

Doch aufgepasst: Zu viel Schlaf ist auf dieselbe Weise gesundheitsschädigend!

Sie erkennen bereits, dass ein individuelles optimales Schlafpensum enorm wichtig ist. Wie im letzten Beitrag beschrieben, ist dies von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig.

 

Der Zauber des Schlafes

Schlafforschende unterscheiden insgesamt 5 Schlafstadien. Diesen fünfteiligen Zyklus durchlaufen wir jede Nacht mehrmals, wobei ein Schlafzyklus etwa 100 Minuten dauert.

Zusammenfassend könnte man wohl sagen: Unser Körper regeneriert. Er erholt sich von den Strapazen des Tages und wird jede Nacht einmal von Grund auf gestärkt und erneuert.

 

Und wie funktioniert die Regeneration des Körpers?

Während wir friedlich schlummern, versucht unser Körper, sich optimal auf die gewonnen Informationsreize anzupassen (bspw. durch Wachstum von Muskelzellen nach einem Trainingsreiz) und sich rundum zu erneuern (Giftstoffe ausschwemmen etc.).

Die Hormonproduktion arbeitet auf Hochtouren. Dauerhafter Schlafmangel stört diesen Prozess, was wiederum Einfluss auf unsere Stimmung, unsere Lust an Bewegung, das Hungergefühl und Stressempfinden hat. Das Risiko für Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen steigt.

Im Schlaf rüstet unser Immunsystem auf. Die Produktion von Antikörpern steigt an, deswegen hilft bspw. bei grippalen Infekten vor allem viel Schlaf. Eine Studie der Universität Tübingen ergab: „Bereits drei Stunden ohne Schlaf sind ausreichend, um die Funktion wichtiger Immunzellen zu reduzieren.“

Ein Mangel an Tiefschlaf wirkt sich negativ auf unsere Gedächtnisleistung aus. Sicherlich kennen Sie das: Man fühlt sich schlapp (oder energielos) und der Körper ist weder kognitiv noch physisch leistungsfähig.

 

Brücke zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) – Fazit & Tipp

Die Leistung des/der Einzelnen ist auch wichtig für den Betrieb. Für einen gesunden Schlaf sollte also immer wieder sensibilisiert werden, auch am Arbeitsplatz!
 

 
Der heutige VisionGesund-Tipp: Ein gutes Zeitmanagement kann enorm viel bewirken und dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeitenden keine Überstunden schieben müssen und den eigenen Schlaf vernachlässigen. Legen Sie Wert auf Leistung, legen Sie als Voraussetzung gleich viel Wert auf Regeneration!

Im nächsten Beitrag dieser Serie erklären wir Ihnen, wie Sie Ihren Schlaf noch wertvoller machen und sich gesund schlafen!

 

Ihr Team VisionGesund.




Hier finden Sie alle Teile unserer Beitragsserie zum Thema Schlaf!

#1 Schlüssel zum gesunden Schlaf – 3 Fakten.

#2 Definition Achtsamkeit – bewusst durch den Alltag.

#3 Tipps zum gesunden Schlaf – kommt in Kürze!


 

Weiterführende Literatur:

Techniker Krankenkasse (TK): Schlaf gut, Deutschland! TK-Schlafstudie 2017.

Mini Med Studium: 15 Mythen über den Schlaf.

European Society of Cardiology (2018): Finding the sweet spot of a good night’s sleep: Not too long and not too short.

GEO: Weshalb fehlende Erholung auf Dauer so gefährlich ist.

European Society of Cardiology (2018): Short and fragmented sleep linked to hardened arteries.

Universitätsklinikum Tübingen: Wie Schlaf das Immunsystem stärkt.

Der Tagesspiegel: Schlafforschung. Na dann: Gute Nacht.

European Society of Cardiology (2018): Sleeping 5 hours or less a night associated with doubled risk of cardiovascular disease.



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Urheber: Andrea Piacquaido / Pexels